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Der Bierzauberer legt den Zauberstab nieder

Der Bierzauberer legt den Zauberstab nieder

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So ganz überraschend kam es für mich heute Früh nicht – aber Meldungen wie diese von Bierzauberer Günther Thömmes sind auch dann hart, wenn man eine leise Vorahnung hatte. Irgendwie war ja noch ein Funken Resthoffnung da, dass vielleicht sich doch noch etwas verändert.

Bierzauberer
Bei seinen Braukursen kam auch die Praxis nicht zu kurz…

Aber jetzt ist wohl eine gut gereifte Entscheidung offiziell gemacht worden: Der Bierzauberer zaubert ab Ende Jänner nicht mehr als Bierzauberer.

Auch wenn die Hoffnung bleibt, dass sich für Namen und Rezepte ein mehr als würdiger Nachfolger findet, der die Biere weiterleben lässt – so ist doch die Person Günther Thömmes – nicht zuletzt auch durch seine historischen Romane – sehr stark mit dem Begriff des „Bierzauberers“ verbunden. Und irgendwie ist es schon merkwürdig, wenn man vor einer Woche noch mit zwei Kisten Bier von ihm im Kofferraum sein Lager verlässt und das soll jetzt vielleicht das letzte Mal gewesen sein?

Bierzauberei
Genau das hat die Bierzauberei ausgemacht..

Wenn man überlegt, welche Biere die Bierzauberei verlassen haben, die es nicht mehr geben soll? Das erste IPA Österreichs mit dem „California IPA“, das „1852 English Burton Ale“ – eines meiner Lieblingsbiere, meine erste „Gose“ die ich überhaupt getrunken habe, war Deine. Die Neujahrs Biere – besonders das 2014 mit 20° Stammwürze und 14 Hopfensorten waren der Hammer (hat mir nach 2014 hinein geholfen und auch wieder heraus). Das „Matador“, wieder mit einer ordentlichen Portion Lokalhistorie „gestopft“. Und und und. Eigenwillige Biere, die eines sicher nie waren: Angepasst und Mainstream. Eigentlich müssten sie dich jetzt überschütten mit Angeboten.

Unvergessen Deine gradlinige Art. Und mal ehrlich: Das ist selten geworden heutzutage. Aber bei Dir war und ist „Handschlagsqualität“ gelebte Praxis gewesen. Dazu gehört aber auch, dass ein „Nein“ ein „Nein“ war. Da hat sich nicht nur so mancher Bierdeckelsammler einen ganzes Gebiss ausgebissen.

Bevor das jetzt aber zusehr nach Nachruf klingt – der Günther ist ja putzmunter -, aber ich zahle gerne 5 EUR ins Phrasenschwein und sage: Die Craftbierszene verliert mit der Kombination „Günther“ und „Bierzauberei“ – egal wie es für Beide weitergeht – ein großes Stück Identität. Und irgendwie macht es traurig und nachdenklich zugleich, wenn ein Brauer mit einer derartig großen internationalen Fanbase die Türen von sich aus schließt.

Bierzauberer
Perfektionist und kompromisslos, wenn es um sein Bier ging…

Das Video von der „neuen Bierzauberei“ in Brunn war eines meiner Ersten auf den proBIER.tv Youtube-Kanal. Bis heute ist es mit Abstand das Video mit den meisten Zugriffen – und zwar konstant jeden Monat! Und auch das Video zur Powergose in der vorweihnachtlichen Zeit 2015 hat wieder einmal gezeigt wie viele Bierfreunde offensichtlich täglich „Bierzauberer“ googlen. Allein das schon ohne große Marketingmaschine auf die Beine gestellt zu haben, ist eine Leistung, die für sich alleine spricht.

Lieber Günther,
ich wünsche mir vor allem, dass Du nun den Schritt machst, der Dich beruflich – also brautechnisch – für lange Zeit erfüllt. Der uns aber auch gleichzeitig die Gelegenheit gibt deine Biere weiterhin genießen zu können. Ich habe zwar noch einen Vorrat vom 1852 – aber lang kannst Du dir nicht Zeit lassen bis ich hier wieder Nachschub brauche. Und wer kann es schon hellsehen – vielleicht stößt dein heutiges Posting ja die Tür zu völlig neuen Optionen auf. Ich würde es Dir wirklich von ganzem Herzen wünschen.
Jedenfalls freue ich mich jetzt schon auf alles was da kommt – eine dicke Träne darf ich aber dennoch verdrücken und tue dies auch. Mit einer salzigen Powergose spüle ich die dann weg.

Alles Gute und jetzt und in Zukunft erstmal: „Gut Sud!“

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