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Rotglut – Geschmack von der Schmiede ins Bier gehämmert

Rotglut – Geschmack von der Schmiede ins Bier gehämmert

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Vor gar nicht allzu langer Zeit war der Brauer der „Bierschmiede“ Mario Scheckenberger noch als Hobbybrauer mit seinem Scheckibräu unterwegs. Bei ihm ist Bier allerdings nicht vom Hobby zum Beruf geworden – beruflich hatte er auch vorher schon mit Bier zu tun. Aber es selbst zu machen und dann noch nach dem eigenen Geschmack, das ist sicher nochmal eine andere Liga.

Acht ganze Monate hat es gedauert, die der Marketingfachmann, Diplom Biersommelier und jetzt Hobbybrauer a.D. vom Traum bis zur Realität gebraucht hat. Und was hat er sich nicht für einen schönen Flecken Erde für seine Brauerei ausgesucht – mitten in der Naturparkgemeinde in Steinbach am Attersee hat Anfang Juli Mario seine Brauerei eröffnet.

Bierschmiede-Rotglut-GlasDer Name „Bierschmiede“ kommt dabei nicht von ungefähr, denn sein Großvater war  Schmied in Steinbach – der Enkel ist nun Bierbrauer und die Symbiose war geboren. In seiner 16-jährigen Karriere als Hobbybrauer sammelte er dabei die notwendige Brau-Erfahrung. Und das die gebrauten Biere von hoher Qualität waren und sind, das stellte er mehrmals bei  den Staatsmeisterschaften der Haus- und Kleinbrauer unter Beweis, wo er mehrere Preise in Empfang nehmen durfte.

Die  „Bierschmiede“  besteht  aber nicht  nur  aus  der  Erlebnisbrauerei  – die  nach  Voranmeldung  besichtigt  werden  kann  – sondern  auch  aus  dem  „s´Gschäft´l“ und der gemütlichen „Braustub´n“.

Die Namen der gebrauten Biere klingen mit „Zunder“, Amboss“, „Hammer“ und „Funkenflug“, etwas martialisch, fügen sich aber nahtlos in den Schmiedekontext ein. Ich habe ein „Rotglut“ aus meinem Kühlschrank gefischt – ein „Altbayrisch Dunkel“. Statt glühend genieße ich mein Bier bei 9°C.

Im Glas eingeschenkt muss man die rötlichen Färbungen schon sehr aktiv suchen, das Bier ist eher tief Dunkelbraun gehalten, leichte rot-kupferne Einflüsse sind aber bei genauem Hinsehen unverkennbar. Auch der Schaum ist leicht cremig-bräunlich und bildet sich einen Finger breit auf dem Bier und bleibt auch schön stabil.

In der Nase sehr intensive Malztöne, bei denen das verwendete Roggenmalz deutlich hervorsticht.

Im Antrunk dann auch mit einer kräftig malzigen, aber wenig röstaromatischen Note, die wiederrum deutlich vom Roggenmalz bestimmt wird. Etwas Karamell. Sehr würzig und auch mit schöner Hopfenbittere, die sich schon kurz nach dem Antrunk ausbildet.

Die Kohlensäure ist sehr fein und überraschend intensiv und prickelt an der Zungenspitze.

Schöner mittlerer Malzkörper in dem auch erste Röstnoten mit etwas Kaffeearoma durchkommen, sich aber nie dominant in den Vordergrund drängen, ansonsten kräftige brotige Noten vom Roggenmalz.

Im Finish überraschen mich leichte Zitrusaromen, die aber schön zu der immer intensiveren Hopfenbittere passen. Der brotig malzige Grundton ist aber auch im Finish nie wirklich in Gefahr.

Wenn es die anderen Biere der Bierschmiede im Beer Store Vienna zu kaufen gibt, dann werde ich sicher hier auch nochmal zugreifen.

proBIER-Wertung:Wertung4s..
Alkohol:5,0 Vol%
Stammwürze:12,5 °P
Trinktemperatur:8 – 10 °C
Bierstil:Altbayrisch Dunkel
Anschrift:Bierschmiede
Inh. Mario Scheckenberger
Seefeld 56
4853 Steinbach am Attersee
+43-664-5486321
[email protected]
www.bierschmiede.at
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