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Schneider Weisse Partei Österreich – Endlich eine Alternative zur Wienwahl?

Schneider Weisse Partei Österreich – Endlich eine Alternative zur Wienwahl?

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Das ParteiprogrammSchon ein paar Jahre hatte ich von Freunden gehört, dass es eine „Schneider Weisse Partei Österreich“ gibt und diese mindestens einmal jährlich zu den „Parteiversammlungen“ gehen würden. Natürlich war ungläubiges Kopfschütteln meinerseits die Folge und dieses Thema wurde unter „alkoholgetränkter Schmäh“ abgehakt. Als ich dann aber genau von diesen Freunden im vergangenen November eine Einladung zur einer solchen „Parteiversammlung“ bekam, da sagte ich dann doch zu.

In Vorbereitung auf das was da kommen sollte wollte ich mich dann doch etwas schlauer machen und versuchte mich vorsichtig mit Fragen nach: „Was erwartet mich denn da?“. Die Antwort lautete sinngemäß: „Stell dir etwas ganz Tiefes [Anm.:österreichisch für „unanständig“/“vulgär“] vor. Und dann geh davon aus, dass es noch tiefer wird. Aber lustig!“. Na dann. Auch ein Blick auf die Homepage „der Partei“ ließ mich nur kurz die Augen hochziehen: Okay, die benutzen ja sogar das offizielle „Schneider Weisse“ Logo. Na, wenn das mal keinen Ärger gibt.

Schneider Weisse ParteiZwischenzeitlich konnte ich dann in Erfahrung bringen, dass angeblich Georg Schneider ein Studienkollege der Protagonisten der „Partei“ war und diese erstmalig bei seiner Hochzeit aufgetreten sind. Insofern würde sich also tatsächlich eine Verbindung in das Brauhaus Schneider ergeben und andererseits taucht eben dieser Georg Schneider wohl auch immer wieder bei den neuen Programmen „der Partei“ auf.

Damit wäre aber auch die Katze schon ein wenig aus dem Sack, denn die „Schneider Weisse Partei Österreich“ ist eine Kabarett-Truppe, die jährlich mit einem neuen Programm im November startet und dies dann im März noch einmal wiederholt. Das Ganze geschieht für einen guten Zweck, denn die Einnahmen werden allesamt gespendet. Die „Parteizentrale“ ist dabei der Pfarrsaal Breitenfeld im 8. Wiener Gemeindebezirk.

Bremer StadtmusikantenNach einer kurzen Begrüßung, die noch sehr gesittet und anständig verläuft, gibt „die Partei“ dann richtig Gas. Gute zwei Stunden, inklusive einer mehr als notwendigen, weil erleichternden, Pause, dauert die Vorstellung und meine Freunde sollten Recht behalten. Das Niveau ist so ausgeklügelt, dass es die volle Dauer der Vorstellung nicht einmal ansatzweise über die Gürtellinie kommt. Dennoch wechselt der Witz zwischen grober und feiner Klinge schön hin und her. Jedoch eigentlich nie, ohne eine Flasche des bayrischen Weizenbieres in der Hand.

Auch wenn das aktuelle Programm den Titel trägt: „Once upon a time… oder: was Sie schon immer über Eigenurintherapie wissen wollten und sich nicht zu fragen trauten“ – mein Wissen über Eigenurintherapie ist (zum Glück) auch nach der Vorstellung nicht größer als vorher. Über Zwerchfellkrämpfe könnte ich allerdings jetzt sehr gut Auskunft geben. Die Akademikerbande (zumindest ein Universitätsprofessor und ein Lehrer geben sich zu erkennen) geben sich aber nicht nur im Wortwitz große Mühe, auch musikalisch bekommt man das ganze Können der Herren zu Gehör gebracht. Und das ist nicht wenig.

SWPOe EnterpriseAuch wenn es der Körperbau einiger der auf der Bühne stehenden kaum zuzulassen vermag: Auch akrobatische Höchstleistungen werden – wie die Nachstellung der „Bremer Stadtmusikanten“ – dargeboten. Und bei den dafür erforderlichen Requisiten wurden weder Kosten noch Mühen gescheut.

Alles in allem eine Veranstaltung, die man schlichtweg gesehen haben muss, wenn einem ein etwas gröberes Programm nicht die Schamröte ins Gesicht treibt.

Für das aktuelle Programm gibt es im März wieder drei Vorstellungstermine.
Diese, sowie eine online-Kartenbestellung, sind auf der „Partei Homepage“ zu ersehen.

Aber schnell zuschlagen, die Vorstellungen sind meist sehr schnell ausverkauft!

Alle Infos unter: www.swpoe.at – Aber sagt hinterher nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt!