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proBIER on Tour bei Bierol in Tirol

proBIER on Tour bei Bierol in Tirol

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Nur ca. 45 Autominuten von meinem heurigen Wintersportort in Kitzbühel entfernt liegt die 2.600 Einwohner zählende Tiroler Gemeinde Schwoich. Hierher kommen sie, die geilen Biere, die nicht nur das Siegerbier des ersten Craft Bier Fest Wien markieren, sondern zum Beispiel auch den ersten „Collabs“ Collaboration Sud zusammen mit den Hawidere in Wien. Und damit herzlich willkommen bei „Bierol“ in Tirol.

Bierol-Braugasthof
Bierol drin – steht aber nicht drauf!

Die Brauerei selbst ist gar nicht so leicht zu finden – oder besser „Bierol“ findet man eigentlich gar nicht, wenn man danach sucht. Die eigentliche Brauerei ist nämlich das „Bauernhofbrauhaus“ – wie man sich selbst nennt – „Stöfflbräu“. Seit 2004 wir hier jetzt bereits im elften Jahr Bier gebraut. Angefangen hat damit Peter Bichler, der inzwischen seit zwei Jahren den Betrieb der Brauerei an seinen Sohn Christoph übergeben hat. Die „Stöfflbräu“ Biere sind ein sehr süffiges und erstaunlich hopfiges Helles und ein klassisches Weizenbier.

Vater Peter Bichler experimentierte vor ein paar Jahren mit einem Biermischgetränk aus Aperol und Bier – eben „Bierol“ -, das in einer eigenen GmbH hergestellt und vertrieben wurde. Der Trend des Aperolbieres ging – wenig überraschend – schnell vorbei, die GmbH blieb als Mantel bestehen.

Bierol-Anlage
Das 10 hl Sudwerk auf dem gebraut wird – putzen möchte ich das nicht müssen!

Glück für Sohn Christoph, der von einem USA Aufenhalt zurückkam und dort mit dem „Craftbiervirus“ infiziert wurde und gleich mit seinem Volksschulfreund Max Karner anfing die neu kennengelernten Bierstile nachzubrauen versuchte. In Wahrheit eine echt schräge Story, denn richtig gelernt hatten beide das Brauen nicht und als „Versuchsbrauerei“ stand nur die 10 hl Wirtshausbrauanlage zur Verfügung. Also musste alles punktgenau klappen. Und das tat es auch. Auch wenn die damaligen Rezepte sich noch deutlich von den heutigen Erfolgsbieren unterscheiden – ein ganzer Sud danebengegangen ist den Beiden nie – wie sie zumindest glaubhaft behaupten. Und wer die Bierol Biere kennt, der glaubt das gut und gerne, denn irgendein Händchen müssen die Beiden für Hopfen und Malz haben, dass so geniale Biere dabei herauskommen.

Das Wirtshaus ist jeden Abend voll mit heimischen Craftbierfans und 90% der Ausstoßes wird im Lokal vor Ort getrunken. So sollte man es zumindest glauben, aber die Realität ist leider viel ernüchternder. Auch wenn zwei Bierol Craftbiere immer am Hahn verfügbar sind, so ist es nicht einmal eine handvoll Schwoicher, die die prämierten Brauwaren aus dem eigenen Ort zu schätzen wissen. Identifikation mit der „Brauerei im Ort“ ist hier echte Fehlanzeige. Auch der kleine SPAR Markt an der Hauptstrasse hat die Biere nicht im Sortiment. Hier gehen vielmehr der heimatlose „Kaiser“ oder ein Bier aus Zipf über die Ladentheke. Kopfschütteln ist an dieser Stelle ausdrücklich gestattet.

Bierol-MissionControl
Mission Control

Dabei ist das Bier im Wirtshaus frisch gezapft eine echte Besonderheit, denn man zapft mit nur mit 30% Kohlensäure, aber mit 70% Stickstoff. Dies gibt dem Bier nicht nur einen extremst cremigen Schaum, es ist logischerweise auch weniger kohlensäurebetont und bekommt damit eine wunderbare Trinkbarkeit. Und alleine das ist schon etwas wirklich Besonderes, so dass sich der Besuch persönlich vor Ort lohnt.

Inzwischen ist das Team um Christoph, der sich um den Braubetrieb kümmert, und Max, der die Administration und den Lagerkeller unter sich hat um eine weitere Person angewachsen. Marko Nikolic ist als „European Sales Manager“ (Zitat Adalbert Windisch) inzwischen für den Vertrieb zuständig. Auch wenn über den Wiener Großhändler Ammersin ein bedeutender Teil der Produktion vertrieben wird – Ziel der Jungs ist es nach wie vor in der Region Fuß zu fassen und auch lokal die Biertrinker zu überzeugen und das Bier zu verkaufen. Und mit Marko wird der lokale Stein durch steten Tropfen gehölt. Kleine Schritte, aber deutliche Schritte, nach Vorne.

Bierol-Lagertanks
Hier gärt es dann, das erste Tiroler Craftbier

Im Moment liegt die Jahresproduktion irgendwo zwischen 400 und 450 hl – so richtige Vergleichszahlen hat man ja noch nicht, denn so richtig Fahrt aufgenommen hat der Braubetrieb für „Bierol“ ja erst im Mai 2014. Aber dann ging es steil nach oben: gleich aus dem Stand „beliebtestes Festivalbier“ am Craft Bier Fest Wien, ein Collaboration Brew mit dem US Amerikaner Chris Sullivan, der jetzt Braumeister bei „Stone“ in Berlin wird und mit dem bereits erwähnten „Collabs 7484 Domrep Pils“ in Zusammenarbeit mit Biersommelière Dominique Schilk, haben sie sich selbst übertroffen.

Nachdem am Hof die Viehwirtschaft eingestellt wurde ist auch richtig viel Platz zur Expansion vorhanden – Ideen haben die drei Jungs jede Menge, aber zum Glück kommt bei Ihnen auch Qualität vor Quantität. Und das ist gut so. Wer also einmal in Tirol in der Kufsteiner / Kitzbüheler Gegend ist, der sollte unbedingt auf ein Bier vom Fass in Schwoich vorbeischauen – vielleicht nicht so wie ich im Winter, denn im Sommer hat auch ein herrlich gelegener Biergarten geöffnet.

Schnell noch ein paar Bier gekauft und dann war auch schon wieder Abschied nehmen angesagt – aber um einen Steirer zu zitieren „I´ll be back!“

BierolLogo

Und hier die Adresse für alle die auch einmal persönlich oder virtuell vorbeischauen wollen.
Bierol GmbH
Sonnendorf 27
6334 Schwoich
[email protected]
www.bierol.at