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Brauwerk Wien – Die dritte „Craft“ in Ottakring

Brauwerk Wien – Die dritte „Craft“ in Ottakring

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Brauwerk EingangstafelDer sechzehnte Bezirk in Wien dürfte ein gutes Pflaster zum Bier brauen sein. Immerhin eröffnete hier am gestrigen Abend offiziell das „Brauwerk“ als dritte Brauerei in diesem Bezirk. Es war auch kaum zu verheimlichen, was sich hier auf dem Gelände der Ottakringer Brauerei AG tut, denn während der Braukultur-Wochen in diesem Sommer, da lag die Installation der Brauanlage nicht nur in den letzten Zügen, sondern war auch durch die durchgängige Glasfront für jedermann gut einsehbar.

Nicht nur durch die Lage, sondern natürlich insbesondere durch das „Wie“ kann das „Brauwerk“ kaum seine Nähe zur Mutter verbergen, die hier sicher richtig tief in die Tasche gegriffen hat. Diese Craftbierbrauerei ist schon auf den ersten Blick nicht das Werk eines Hobbybrauers, der jetzt sein Hobby zum Beruf gemacht hat, sondern ein klares Statement einer industriellen Großbrauerei in Bezug auf das Segment der handgebrauten Biere. Auch wenn am Abend immer wieder die Unabhängigkeit des Brauwerks von der Ottakringer Brauerei betont wird, so fällt es vor allem aufgrund der Rahmenbedingungen schwer dies in aller Konsequenz nachzuvollziehen.

Brauwerk-bei-Nacht

Ein Lagertank der Ottakringer Brauerei musste so für das imposante, sehr stark in Glas gehaltene Gebäude des „Brauwerk“ weichen und bietet nun Platz auf 3 Etagen für Sudhaus, Gär- und Lagertanks, Abfüllung und ein kleines Brewpub für Veranstaltungen, aber insbesondere Schulungen und Braukurse, die nun hier regelmäßig stattfinden sollen.

Brauwerk-BM-und-BV

Herz eines solchen Projekt ist natürlich auch immer der Braumeister. Hier ist den Ottakringern mit der Verpflichtung von Martin Simion sicher ein genialer Schachzug gelungen, um Diskussionen nach „Craft oder nicht Craft“ aus dem Weg zu gehen bzw. ein gewichtiges Argument im Ärmel zu haben. So hat Martin nicht nur in Österreich sondern auch in Großbritannien und Skandinavien für namhafte und weniger namhafte Craftbier Brauereien gearbeitet und sich mit wirklich kreativen Bieren einen Namen in der Szene gemacht. So ein Name im Rücken hilft natürlich bei der Akzeptanz innerhalb einer durchaus sehr kritischen Craftbierszene enorm.

Und Martin – eigentlich ein wirklich „cooler Hund“ – war schon in den letzten Wochen die Vorfreunde und auch Anspannung anzumerken, bis es denn nun endlich losgeht. Um eigene Brauwerk Porter-an-der-BarBiere bei der Eröffnung verkosten zu können, musste natürlich schon vor Wochen eingebraut werden, gestern war es dann aber „offiziell“ soweit und Lokalpolitik, Medienvertreter sowie Freunde des Hauses konnten sich ein erstes „Geschmacks“-Bild von dem machen, was sich da seit längerem „zusammengebraut“ hat, um auch dieses abgedroschene Wortspiel zumindest einmal zu bemühen.

Bevor der offizielle Teil begann konnten die Gäste zwischen den drei Bieren wählen, die unter dem Titel „Hausmarke“ angeboten werden. Ein Blond, ein Session IPA und ein Porter. Ein klares Konzept, wie Braumeister Martin Simion in seiner kurzen Ansprache dem Publikum erläuterte. Besteht Bier doch neben Wasser aus drei wesentlichen Zutaten: Hefe, Hopfen und Malz. Die Fähigkeiten dieser drei Zutaten soll genau mit diesen Bierstilen unterstrichen werden. Brauwerk-FuellerBeim Blond spielt die Hefe geschmacklich die erste Geige, das Session IPA erhält seine markanten Aromen aus dem verwendeten Hopfen und beim Porter zeichnen die unterschiedlichsten Malze für den Charakter des Bieres verantwortlich. Der Schulungsteil hatte also für die Anwesenden schon begonnen. Aber auch Brauerei intern dürfte es Kopfschmerzen beim Einkauf und Controlling gegeben haben. So viel Hopfen je Hektoliter Bier hatte offensichtlich den Controllern einer Industriebrauerei genauso graue Haare wachsen lassen wie den Einkäufern, die Wünsche nach exotischen Hopfensorten und Spezialmalzen erfüllen mussten. Auch hier musste offensichtlich viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Brauwerk-SudkesselTechnisch gesehen handelt es sich bei dem „Brauwerk“ um eine 10 hl Brauanlage für die das Team der „BrauKon“ aus Deutschland verantwortlich zeichnet. Eine Gruber Abfüllanlage und 12 Gär- und Lagertanks komplettieren dann das beeindruckende Bild aus glänzendem Edelstahl, das mit farbigen LED Leuchten nachts effektvoll angestrahlt, das Herz eines jeden Bierfreunds, der am „Brauwerk“ vorbeigeht, definitiv höher schlagen lässt. Hier wurde wirklich an alles gedacht und es ist alles vorhanden, was man sich für einen angenehmen Brau- und Schulungsbetrieb wünschen kann.

Saisonale Biere wird es ergänzend zu den drei Genannten – und immer vorhandenen – Bierstilen natürlich auch geben. Schon im Laufe dieser Woche, so verriet Martin Simion bei seiner Ansprache, wird das erste dieser Biere in Angriff genommen und eingebraut werden. Was es allerdings für ein Bierstil sein wird, darüber wurde noch der Mantel des Schweigens ausgebreitet und den Spekulationen der anwesenden Fachleute überlassen.

Brauwerk-Coaster

Auch das Logo des Brauwerks wurde an diesem Abend offiziell vorgestellt und so manch einer dürfte sich gefragt haben, was denn die darin enthaltene Musik-Note für eine Rolle spielt. Ein erster Hinweis gaben die hölzernen (!) Bierdeckel, denn hier war der Claim „Brauwerk – Brewed with love and music“ zu lesen. Nun geht es aber nicht dabei, dass der Braumeister bei seiner Arbeit das Radio besonders laut aufgedreht hat – vielmehr verbirgt sich hier ein weiterer Teil des Gesamtkonzepts des „Brauwerk“. Brauwerk-NihilsJeder der hier gebrauten Biere übernimmt die Patenschaft für eine österreichische Band bzw. einen Song derselben. Ein eigenes Gremium aus Brauereimitarbeitern und Musikkennern steht hier zur Verfügung, um diese Künstler auszuwählen. So kamen die Gäste am Eröffnungsabend in den Genuss alle drei Songs der „Hausmarken“ Biere auch zu hören – zwei davon sogar live im Brewpub. Aber auch Konsumenten der Flaschenbiere kommen in diesen musikalischen Genuss – QR-Codes auf den Etiketten verlinken direkt auf den jeweiligen Track.

In lockerer Atmophäre bot sich dann die Gelegenheit für die Gäste die „Floors“ des Brauwerk zu erkunden und nun hatte jede Etage plötzlich die Patenschaft für ein Bier übernommen und entsprechende passende kulinarische Köstlichkeiten wurden angeboten. Das so erstmalig im Brauwerk stattfindende Brauwerk-Foodpairing„Foodpairing“ ist dabei schon das erste Thema einer Kursveranstaltung, die schon jetzt auf der Brauwerk Homepage angeboten werden.

Die „Brauwerk Hausmarken Biere werde ich in den nächsten Tagen für Euch hier verkosten. Auch hoffe ich Martin Simion, der natürlich jetzt bis über beide Ohren im Eröffnungsstress steht, einmal für ein Gespräch gewinnen zu können, das dann ebenfalls hier nachzulesen sein wird. Das Bier wird dann für Interessierte auch im „Ottakringer Shop“ verfügbar sein und bald auch seinen Weg durch die Gastronomie antreten.

Das „Brauwerk“ Wien wird sicher innerhalb der österreichischen Craftbier Szene noch für viel Gesprächsstoff sorgen und wenn über Bier geredet wird, dann ist das sicher zunächst etwas sehr Positives.

Weitere und aktuelle Informationen zum „Brauwerk“ Wien gibt es auch auf der Homepage www.brauwerk.wien