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Der Hans der kann´s – Hanscraft & Co. bricht das Rückgrat mit „Backbone Splitter“ IPA

Der Hans der kann´s – Hanscraft & Co. bricht das Rückgrat mit „Backbone Splitter“ IPA

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Bei meinem letzten Besuch in Frankfurt, das bekam ich dieses Bier als „Frühstück“ serviert. Ich muss zugeben, dass es gleichzeitig auch mein erstes IPA Frühstück war. Aber „WOW“ um 10 Uhr in der Früh so ein Bier, da kann der Tag beginnen.

Hanscraft LogoChristian Hans Müller brauchte mich ja nun wirklich nicht lange bitten – bin ich doch ein zu großer Fan von seinem hopfengestopften „Bayerisch Nizza Clubbier“, das es jetzt übrigens bei BIERFRACHT.AT endlich auch in Österreich zu kaufen gibt. Aber alleine schon die Aufmachung der Flasche verriet mir, das mich hier ein Bier erwarten würde, das so ganz und gar meinen Geschmack treffen wird. In der Aufmachung etwas rustikaler mit dem braunen Papieretikett, der Name leicht martialisch und kaum zu übersehen „60 IBU“ werden versprochen. Das klingt doch nach einem Bier für mich.

Hinter dem „neuen“ Markennamen „Hanscraft & Co“ verbirgt sich nichts anderes als die etwas kräftigere und bodenständigere Bierlinie von Hans Müller Sommerlierbier. Die Nähe von „Hanscraft“ zu „Handcraft“ (handgemacht) ist dabei durchaus beabsichtigt. Schon auf der Braukunst Live in München hatte Christian ein paar seiner Bierkreationen in extremst limitierter Auflage mit im Gepäck. Der „Backbone Splitter“ ist nun das erste Ergebnis, das in größerem Maßstab gebraut wurde und nun ausgeliefert wird.

Hans Craft BSEs lohnt sich also vermutlich auch in nächster Zeit einmal die Webseite im Auge zu behalten, denn ich bin mir sicher, dass das eine oder andere Bier hier noch zu erwarten sein dürfte. Freuen wir uns aber erstmal über dieses Bier und befreien es aus seinem gläsernen Gefängnis. Ganz „Craft“ gibt es auch auf dem Etikett keine Geheimnisse und so erfahren wir, dass neben Wiener, Münchner, Pilsner und Caramalzen viel wichtiger auch Horizon, Amarillo, Centennial und Simcoe Hopfen den Weg in den Sudkessel gefunden hat. Eine gewisse Fruchtigkeit kündigt sich also so schon vor dem ersten Schluck an.

Mein Frühstück hat zuminedst eine tolle schneeweiße Schaumkrone, welche sich auf dem ansonsten kräftig opalen Bier ausbreitet. Die Farbe kann man wohl am besten mit einem tiefdunklen Orange bis Bernstein beschreiben. Gefällt mir schon einemal sehr gut. Und auch das Aroma hält, was das Label versprochen hat. Kräftige fruchtige Grapefruit und Zitrone, aber auch etwas exotischere Töne wie Mango sind deutlich wahrnehmbar. Leichte hopfige grasige Töne darunter und leichtekaramellige Malztöne. Na, das geht ja gut los.

Glas angesetzt und den ersten Schluck gemacht – und Rumms: „mein Rückrat ist durch“ – nein, nicht ganz, aber der Backbone Splitter macht aus seinen 60 Bittereinheiten kein Geheimnis. Aber denoch ist sie gut eingebettet und hat trotz ihre Stärke eine gewisse Samtigkeit mit im Gepäck. Als Gegenspieler baut das Malz zum gleichen Zeitpunkt eine schöne leichte Süße auf. Ein leichter bisquitartiger Ton macht sich im Hintergrund breit und ebnet den fruchtigen Noten etwas den Weg. Auch jetzt sind es wieder die Zitrusfrüchte zusammen mit exotischen Tönen, etwas Pfirsich und Apfel, die das Bild zeichnen.

Backbone Splitter im GlasDie ganze Komplexheit dieses Bieres geht eindeutig zu Lasten der Süffigkeit – und ja, das ist mir so richtig egal. Dieses Bier macht einfach so viel Freude beim trinken. Feine abgestimmte nicht zu intensive Kohlensäure, welche schön mit der Bittere harmoniert. Im Mittelteil legt diese Bittere noch einmal zu und auch die Zitrusfrüchte kommen zusammen mit karamelligen Malznoten noch einmal deutlich präsenter hervor. Mit diesen Noten ist auch der kräftige Körper ausgestattet, den dieses Bier auszubilden vermag. Nicht zu lang anhaltend aber in seinem Volumen schon sehr fein.

Im Nachtrunk zeigt sich das Bier nicht mehr ganz so stark von seiner bitteren Seite, jetzt dürfen die karamelligen und sanft süßlichen Töne deutlich mehr ran und ein kleines und kurzes Malzfeuerwerk wird gestartet. Insgesamt ist der Nachtrunk dann aber nicht so lange und auch verbleibt nur wenig Bitterkeit länger im Mund. Letztlich ist aber auch das egal, denn so lange noch etwas im Glas ist dauert es ohnehin nicht allzu lang bis zum nächsten Schluck.

Die empfohlene Speisenbegleitung fällt übrigens auch entsprechend amerikanisch aus: Burger und scharfe Gerichte! Von mir ein facebookmäßiges „strong like“. Ich habe definitiv ein neues Lieblings IPA gefunden, das nicht aus den USA kommt – mal sehen wie lange es dauern wird, bis es auch in Österreich zu haben sein wird.

proBIER-Wertung:Wertung 5..
Alkohol:6,6 Vol%
Stammwürze:16,8 °P
Trinktemperatur:8 – 10 °C
Bierstil:India Pale Ale
Anschrift:

Hans Müller Sommelierbier GmbH
Würzburger Str. 152
D-63743 Aschaffenburg
+49 6021 580 899-0
[email protected]
www.sommelierbier.de