Home Aus proBIERt Der Rosenkavalier – Das “Kleinod” der Gablitzer Privatbrauerei
Der Rosenkavalier – Das “Kleinod” der Gablitzer Privatbrauerei

Der Rosenkavalier – Das “Kleinod” der Gablitzer Privatbrauerei

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Ein „Rosenbier“? Ich stehe ja auf dem Standpunkt, dass man nicht alles machen (brauen) muss, was irgendwie technisch möglich ist. Als ich von dem „Rosenbier“ aus Markus Führers Gablitzer Privatbrauerei erfahren habe, da stellte sich mir so ein Gefühl ein.

Gablitzer-LogoAber Markus Führer hat mit seinen Bieren nicht zuletzt bei zwei Staatsmeisterschaften bewiesen, dass gute Biere seine Sudkessel verlassen. Grundsätzlich war er dabei immer auf der Seite der klassischen Bierstile beheimatet. Ein Pils und ein Bernstein Märzen brachten ihm die Titel ein. Doch immer wieder verlassen kreative Kreationen den heimischen Sudkessel, die mich die anerkennend Augenbrauen hochziehen lassen. So war es kürzlich erst das Whiskey Stout oder zur Weihnachtszeit der Krampusbock.

Dabei hört Markus im Herbst mit dem Heimbrauen auf – nicht etwa um nach den zwei genannten Titeln den „Sudkessel“ an den Nagel zu hängen, nein, Gablitzer Privatbier wird es ab dem Herbst „für alle“ geben, denn das Hobby wird zum Beruf und im Wiener Westen entsteht gerade eine neue Craftbier Brauerei.

Kleinod-EingeschenktNatürlich werden auch hier die erfolgreichen Klassiker das Basissortiment darstellen, erweitert wird die Palette der angebotenen Bierstile aber saisonal immer wieder. So vielleicht auch mit dem „Kleinod Rosenbier“, das ich heute in der Verkostung habe. Basierend auf dem Bernstein Märzen wurde es mit Rosenessenz versetzt. Diese Essenz gibt dem Bier eine geschmackliche Note, die – abgesehen von den aromatischen Einflüssen – durchaus von einem Hopfen stammen könnte. Insofern macht die Symbiose aus Rose und Bier vielleicht mehr Sinn als zunächst erwartet und gedacht?

Das Öffnen dieser Flasche ist wie das Öffnen der Büchse der Pandora. Kaum ist der dunkelrote Kronkorken entfernt, dann füllt sich der Raum mit einem natürlich Rosenduft wie ich ihn selten erlebt habe.

Im Glas bildet sich beim Einschenken nur ein sehr minimaler aber extrem feinporiger cremeweißer Schaum auf diesem dunkelgoldenen fast schon bernsteinfarbenen Bier.

Aromatisch ist die Rose das dominierende Element mit sanft süßlichen Noten. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Im Antrunk dann auch die Rose auf der Zunge, die nur noch sanft süßlich begleitet wird.

Im Hintergrund baut sich schnell eine intensive herbere Note auf, die mit kräftigen Bitterhopfennoten dem Bier eine unerwartete Wendung gibt.

Feine Kohlensäure, die, wie man es von einem Rosenkavalier erwarten kann, sich ebenfalls dezent im Hintergrund hält. Mittlerer Körper mit nach wie vor viel Rosennoten. Im Nachtrunk mit sehr würzigen sogar leicht scharfen Noten.

Für mich ist das Konzept der Verbindung von Rose und Bier voll aufgegangen. Zugegeben, man muss sich auf das Experiment einlassen und vielleicht eine gewisse Affinität zu dem Rosenaroma entwicklen, dann aber ist es eine wunderbare Symbiose. Und wie beim „Rosekavalier“ in der Oper rufe ich lauft dem Kapellmeister zu „Da Capo!“

 

proBIER-Wertung:Wertung5s
Alkohol:4,8 Vol%
Stammwürze:12,0 °P
Trinktemperatur:8 – 10 °C
Bierstil:Kreativbier mit Rosenessenz
Anschrift:Privatbrauerei Markus Führer
Spitzersteig 10
3003 Gablitz
[email protected]
www.gablitzer.at