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Tschechische Gastfreundschaft in Dublin – Pilsner Urquell

Tschechische Gastfreundschaft in Dublin – Pilsner Urquell

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Evening mit VaclavEine Konferenz nur für Bierblogger, die noch dazu mit interessanten Gästen und Referenten aus Übersee aufwarten kann, ist zweifelsohne eine kostspielige Angelegenheit. Da der überwiegende Teil der anwesenden Bierblogger die Blogs als persönliches Hobby betreibt, sind Sponsoren für solche Veranstaltungen unerläßlich.

Am ersten Abend hatte es sich so Pilsner Urquell nicht nehmen lassen nach der Besichtigung der Guinness Brauerei auf ein Glas unfiltriertes Pilsner Urquell Pils einzuladen und in Gruppen nochmal die Pubszene der unmittelbaren Umgebung zu erkunden.

Spannend zu sehen, dass Pilsner Urquell nicht „irgendwie“ vertreten war, sondern Senior Brewmaster Václav Berka zusammen mit einigen Holzfässern direkt aus Pilsen angereist war. Auch hieran kann der Stellenwert, welcher inzwischen einer Bierblog-Szene eingeräumt wird, erkannt werden. Aber auch der bereits in einem vorigen Beitrag erwähnte Umstand, dass Guinness Masterbrewer Feargal Murray es sich nicht entgehen lassen wollte, ein Glas des besonderen Pilsner Bieres zu kosten, sprach für eine Entspanntheit einerseits und ein echtes persönliches Bier Interesse andererseits.

04_MenueDas Fass anschlagen ist bei Václav Berka aber nicht eine lästige Pflicht. Er beweist bei solchen Aktionen immer wieder Entertainer Qualitäten und das wohlgemerkt nicht in seiner Muttersprache.

Und auch wenn die Konferenz gut besucht war – für alle hatte er ein offenes Ohr und beantwortete geduldig jede nur erdenklich Frage. Aber auch bei Pilsner Urquell sollte noch eine Überraschung folgen.

Diese fand sich recht unspektakulär angekündigt auf dem Programm mit „BBQ Lunch with Pilsner Urquell“. Was uns dann aber erwartete verdiente rückblickend aber eigentlich eine Ankündigung als besonderer Programmpunkt.

05_AnzapfenWieder hatten Braumeister Václav Berka und seine Crew Holzfässer aufgebaut – diese anzuschlagen war aber nun Freiwilligen aus unserer Gruppe überlassen. Natürlich ging dies nicht ohne den lustigen Kommentar des Pilsner Braumeisters ab, der seinen Ruf als Partylöwe wieder einmal unterstrich.

Heute sollte allerdings das frische Faßbier nicht die alleinige Hauptrolle spielen. Denn auch aus dem Tank wurde das Pils gezapft und hier hat Pilsner Urquell ja seine drei unterschiedlichen Methoden ein und das selbe Bier zu zapfen. In Tschechisch: „Mlíko“, „Čochtan“ und „Hladinka“

03_ZapfhahnAlle drei Verfahren unterscheiden sich durch die Einstellung des Zapfhahns und die Haltung des Glas beim zapfen. Die „milchige“ Variante „Mlíko“ ist hier wohl die optisch und geschmacklich ungewöhnlichste. Den ersten Eindruck, dass es sich hier nur um ein „schlecht gezapftes Bier“ handelt, wirft man schon beim ersten Schluck über Bord. Man trinkt quasi weißes Bier, das ein ganz besonderes sanftes und süßliches Mundgefühl erzeugt. Leider ist dieser Effekt nicht von kurzer Dauer, so dass diese Variante schnell getrunken werden will. Bei der tschechischen Version Hladinka“ wird die Kohlensäure etwas reduziert aber sehr fein eingestellt und eine angenehme Cremigkeit, verbunden mit einem sehr weichen Mundgefühl bei ebenfalls reduzierter Bittere ist das Ergebnis. In der dritten Variante „Čochtan“ wird das Pilsner Bier für unseren Geschmack „ganz normal“ mit einer schönen kräftigen Kohlensäure und Schaum gezapft, knackig spritzig und mit einer schönen Bittere. Alle diese drei Varianten wurden auf einem eigenen Sampleboard gereicht, so dass man mit drei Gläsern bewaffnet an den Tischen fachsimpeln konnte – bei Bedarf natürlich wieder mit dem Braumeister persönlich.

06_CansAuffällig waren die vielen kleinen Details mit denen Pilsner Urquell offensichtlich sich in Zukunft als Traditionsmarke – die es ja ohne Zweifel ist – auftritt. Angefangen bei dem emaillierten Sampleboard, über ein neues Design der Bierdosen (Beerviking, this was for you) bis hin zu den Bierdeckeln mit sehr schönen dezenten aber ansprechenden Retromotiven war dies ein sehr stimmiges und ansprechendes neues Design für uns, das wir wohl in naher Zukunft auch im Handel und der Gastronomie finden werden bzw. das bereits vereinzelt gesehen haben.

Mit der Speisenauswahl beim Barbeque hatte man von Fisch bis zu Burgern alles am Start, was man sich nur zu einem frisch gezapften Pils vorstellen kann. Und auch hier war es spürbar, dass eingebettet in doch recht komplizierte Ales und Stouts der letzten Stunden das sehr bodenständige klassische und leichte Pils eine sehr willkommene Abwechslung war.

Gerade in einem solchen Kontext muss man vermutlich auch die bei der Braukunst Live immer wieder geführten Diskussionen über die Teilnahme von Pilsner Urquell an Craftbier Veranstaltungen führen.

08_BBQ

Begleitet wurden Bier und Burger von einer lokalen Bäckerei, die mit Brezeln und spannendem handgemachten Brot vertreten war. Und nach dem Dessert konnte man in quasi Craft-Mentalität einen Craft-Kaffee kosten, der ähnlich wie beim Bier mit genial spannenden Aroma- und Geschmacksnuancen aufwarten konnte.

Me and VaclavInsgesamt also ein „Mittagessen“, dass definitiv ein programmliches Highlight war und für viele der Teilnehmer erstmalig die tschechische Art des Bierzapfens zugänglich und erlebbar machte und andererseits mit dem genannten Kaffee auch den eingefleischten Biertrinkern eine neue Aromawelt neben Kaffeekapseln eröffnete.

Insofern auch hier ein großer Dank an Pilsner Urquell für die Gastfreundschaft und Einladung.