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Craftbiergläser aus proBIERt – Das Spiegelau IPA Glas

Craftbiergläser aus proBIERt – Das Spiegelau IPA Glas

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Ziemlich genau ein Jahr ist es nun her, da kam in den USA ein Glas auf den Markt auf das ich, seit ich davon gehört hatte, wirklich scharf war.

Das hatte zwei sehr simple Gründe: Zum einen mag ich es Biere aus zum Bierstil passenden Gläsern zu trinken. Zum anderen bin ich ein erklärter Fan von India Pale Ales aus den USA. Und genau hier war ich schon länger auf der Suche nach einem „passenden“ Glas. Nicht das ich meine IPAs sonst aus Weizenbiergläsern hätte trinken müssen, aber die Pint Gläser, die ich sonst hier zum Einsatz bringe, die haben eben nicht wirklich „das Gewisse etwas“.

Spiegelau IPA Glas
Eine Einzige Alternative war für mich bislang das „Teku“ Verkostungsglas von Rastal, das nicht nur mir bei Bierverkostungen bislang immer gute Dienste geleistet hatte. Mit diesem Glas ist es erstmalig gelungen ein hochwertigen Bieren gerecht werdendes Glas einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Mitverantwortlich hierfür dürfte sein, dass es sich auf vielen Bierveranstaltungen, wie der „Braukunst-Live“ oder „The Leading Beers“, als Standardglas etabliert hat. Die Biergemeinde hat dies goutiert und fast auf jedem zweiten Bierfoto ist dieses Glas zu erspähen.

So gut ich dieses Glas finde, es ist auf den genannten Veranstaltungen ein Glas, das scheinbar für jedes Bier verwendet werden kann und wird. Ein Glas zum Verkosten kleiner Proben, aber eben kein „echtes“ Bierglas für den Inhalt einer ganzen Flasche. Eines muss man diesem Glas aber zu Gute halten, es hat vielen Bierliebhabern eine Tür geöffnet. Die Tür in Richtung Verständnis, dass zu einem speziellen Bier(stil) eben auch ein spezielles Glas gehört.

Spiegelau IPA GlasWomit wir wieder bei meiner Vorliebe zu IPAs wären. Ein spezielles IPA Glas war mir bis Anfang des letzten Jahres nicht bekannt. Bis sich zwei der wirklich großen Craftbierbrauer in den USA daran gemacht haben „mein Glas“ zu entwickeln. Genauer waren es Sam Calagione von Dogfish Head und Ken Grossman von Sierra Nevada. Mit dabei war die deutsche Firma Spiegelau, die mit ihrem Glas know-how bei diesem Projekt beteiligt war. Gemeinsam führte man eine Reihe von Design- und Verkostungsworkshops durch und schränkte immer mehr die Formen und Designs ein, die für IPAs in Frage kamen. Am Ende bei der finalen Verkostung aus 8 Prototypen Anfang Februar 2013 in New York, fiel die Wahl auf das Glas mit der „Nummer 6“. Das IPA Glas von Spiegelau.

Leider war es mir hier in Wien nicht möglich diese Gläser zu bekommen – verständnislose Gesichter von Verkäuferinnen, die gerade nach einem „IPA Glas“ gefragt wurden, kannte ich schon auswendig. Durch einen Kontakt zu Spiegelau war es mir jetzt aber möglich diese Gläser zu bekommen und zusammen bei einer Verkostungsrunde des ÖBWSV am 4.Januar 2014 einem „Livetest“ zu unterziehen. Es war nicht leicht so lange zu warten, denn auch ich wollte das Glas an diesem Abend unvoreingenommen „zum ersten Mal“ probieren.

Die Optik.
Spiegelau IPA GlasHier waren wir uns erstaunlicherweise in einer Assoziation einig. Das Glas erinnert auf den ersten Blick entfernt an die grünstieligen Römergläser für Wein. Eine Verbindung, die den Herren aus den USA sicherlich fremd gewesen sein dürfte, aber witzigerweise hatten wir alle den gleichen Gedanken, der aber keinesfalls negativ belegt sein soll. Die Form des Glases ist aber jedenfalls sehr auffällig anders als ein klassisches Bierglas. Ein nicht zu breiter, gewellter Fuß, der genug Raum für einen Blick auf das Bier bietet.

Angefasst.
Auch hier waren wir uns wieder einig: Das Glas ist leichter als man es vermuten würde, viel leichter sogar. Es liegt sehr gut in der Hand, nicht zuletzt auch aufgrund der hierfür praktischen Formgebung des Fußes. Das Glas fühlt sich wertig an und klingt gut. Obwohl das Glas sehr leicht ist wirkt es nicht wirklich dünn – auch wenn es das natürlich in gewisser Weise sein muss. Der Mundrand ist schön fein gestaltet aber nicht zu dünn. Im Vergleich zum Teku ist das Glas hier noch spürbar dünner und zarter ohne aber zerbrechlich zu wirken.

Eingeschenkt.
Spiegelau IPA Glas
Auch wenn ich es natürlich vorher gelesen hatte: Jetzt wird die Form des Fußes deutlich. Die Rippen erzeugen hier eine Belüftung des Bieres und die Kohlensäure beginnt intensiv mit der Schaumbildung. Dies ist übrigens nicht nur beim Einschenken der Fall sondern interessanterweise auch, wenn das Glas beim trinken circa halb leer ist. Die Rippen sorgen so für ein kleines wiederaufleben des Schaums – alles in Maßen versteht sich.

Ein Glas für die Nase.
Auch bei dem IPA Glas kommt die bauchige, sich nach oben verjüngende Form den Aromen und somit der Nase zu Gute. Die Belüftung durch die Rippen tut dabei ihren Teil. Jedenfalls ist es so, dass man im direkten Vergleich mit einem einfachen Pint Glas den Eindruck gewinnt, dass man zwei unterschiedliche Biere trinkt. Klar, das Pint Glas „bündelt“ die Aromen ja auch nicht – im Gegenteil. Diesen positiven Effekt hat das Glas  allerdings nicht exklusiv. Im direkten Vergleich mit einem Teku Pokal hat das Spiegelau Glas in dieser Disziplin aber aus meiner Sicht die Nase vorne, was an der Rippenform liegen dürfte.

Schmeckt man´s?
Spiegelau IPA GlasNachdem es ja kein Geheimnis bei Bierfreaks mehr ist, dass die Nase „mittrinkt“, kann man sicher sagen: „Ja, dieses Glas schmeckt man!“. Auch hier liegt es vielleicht nicht speziell an diesem Glas und möglicherweise ist auch dies ein Effekt, der mit einem Weinglas auch zu erreichen wäre. Aber die feine Haptik, zusammen mit dem zarten Mundrand und dem Aromaeffekt machen auch dieses Glas zu einem echten „Aromenverstärker“. Insofern kann das Glas seine Vorzüge bei intensiv aromatischen Bieren besonders gut zur Geltung bringen.

Fazit?!
Das Glas ist aus meiner Sicht das perfekte Glas, um eine ganze Flasche bzw. ein frischgezapftes Glas IPA zu trinken. Seine Vorzüge kann es klar bei aromareichen Bieren ausspielen – insofern ist das Einsatzgebiet keineswegs auf IPAs beschränkt. Auch von der Optik her ist das Glas ein echter Hingucker und hebt sich sowohl von klassischen Pintgläsern als auch von langstieligen Gläsern ab.
Es konkurriert aber nach meinem Empfinden in keinster Weise mit dem „Teku“-Verkostungsglas, welches für wesentlich kleinere Biermengen gemacht wurde und auch nur bei diesen Kleinmengen seine Eigenschaften ausspielen kann. Bei mir zu Hause hat das Spiegelau IPA-Glas die Pintgläser nicht arbeitslos gemacht, aber India Pale Ales trinke ich ab jetzt lieber aus diesem Glas.


(Werbevideo von Spiegelau bei YouTube)

Das Glas gibt es auch im Spiegelau Webshop zu kaufen – HIER KLICKEN – allerdings besteht ein Mindestbestellwert von 250€, so dass vielleicht doch die Verkäuferin im lokalen Fachgeschäft von der Existenz der Gläser durch Euch erfahren wird.