Home Aus proBIERt Als „Bier“ noch „Pier“ war – Brauerei Hofstetten „Neuhauser Herrschafts Pier“
Als „Bier“ noch „Pier“ war – Brauerei Hofstetten „Neuhauser Herrschafts Pier“

Als „Bier“ noch „Pier“ war – Brauerei Hofstetten „Neuhauser Herrschafts Pier“

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Alte Getreidesorten, ein Rezept von 1720, die Schlossbrauerei Neuhaus, die Idee, 4000 Liter Bier! – So könnte man in Stichworten die Entstehungsgeschichte dieses historischen Bieres beschreiben. Es waren viele Menschen die mit ihren Ideen, Wissen und tatkräftiger Unterstützung dieses Projekt ermöglichten. Peter Krammer hatte die Vision alte Getreidesorten anzubauen, da diese mehr Geschmack hervor bringen als hochgezüchtete Sorten, die hauptsächlich auf Ertrag ausgelegt sind.

So stellte Peter Frühwirth von der Landwirtschaftskammer den Kontakt zur Genbank der AGES in Linz her, die diese Schätze an Saatgut eingelagert haben! Ing. Wolfgang Kainz von der Ages vermehrte eine Handvoll Emmer und alter Braugersten Sorten mit seinen Landwirten in den Jahren 2009 – 2011. 2012 standen dann je ca. 100 kg Saatgut zur Verfügung welches von Prechtl Willi Arnreit aufbereitet wurde. Wolfgang Pühringer aus Pfarrkirchen und Hauder Franz aus Herzogsdorf bauten diese Sorten an und lieferten somit genug Getreide für einen ersten Sud. Zuvor musste aber noch Malz aus dem Getreide gemacht werden, was in der Mälzerei Plohberger geschah.

Im Gemeindearchiv von St. Martin fanden Technischer Rat Hans Stummer und Werner Gruber Aufzeichnungen von der Brauerei im Schloss Neuhaus und konnten auch die alte Kurrentschrift entziffern. In der sogenannten „Pier- oder Präuhaus Rechnung“ aus 1720 wurde genau festgehalten, wie viel Gerste, Weizen und Hopfen pro Sud verwendet wurde.

Foto 11.11.13 21 41 28Im Juni 2013 braute man in der Brauerei Hofstetten, das Rezept vom Sud Nr. 3 nach fast 300 Jahren wieder. Nun gibt es eine Menge von 4.000 Liter dieses historischen Gebräus, welches etwas an Weißbier erinnert. Es wurde auf eine französische Landbrauhaus Hefe zurück gegriffen, da 1720 noch keine Hefen bekannt waren, sondern lediglich das „Zeug“ aus dem Vorsud zugegeben wurde. Aus diesem Grund und auch die Tatsache, dass die alten Gerstensorten aus den Jahren 1930 – 1940 stammen, kann es nur annähernd ein Bier wie vor 300 Jahren sein.

So lange dann der Vorrat reicht wird dieses Bier am Rampenverkauf der Brauerei Hofstetten und im Onlineshop www.myBier.at zu kaufen sein.

Herrschaftszeiten, der Schaum ist aber intensiv, der sich mit mittlerer bis grober Pore auf diesem Bier bildet und mittelstabil ist. Er verschwindet aber dann nahezu gänzlich und gibt den Blick frei auf dieses kräftig goldgelbe bis leicht orangene Bier mit leichter Trübung.

Kräftige Weizennoten mit Zitrusaromen umspielen die Nase neben einer deutlichen Hefenote.

Im Antrunk geht es dann schon sehr speziell zu. Malzig mit sehr fruchtigen Aromen, die nun zwischen Zitrone und Orangenschale liegen. Neben einem sehr süßen Grundton baut sich eine intensive Bittere auf.

Im Mittelteil kommen Kräuternoten hinzu, die sehr schön mit der Fruchtigkeit harmonieren. Kräftige, prickelnde Kohlensäure an der Zunge bringt eine leichte Säure unter der Bitternote hervor.

Die Kräuternoten starten im Nachtrunk nochmal kräftig durch und werden von fruchtigen Orangeschalenaromen begleitet, die noch lange im Nachgeschmack erhalten bleibt.

proBIER-Wertung:Wertung4s
Alkohol:5,8 Vol%
Stammwürze:13,0 °P
Trinktemperatur:10 °C
Bierstil:Spezialbier mit alten Getreidearten
Anschrift:Brauerei Hofstetten
Krammer GmbH & Co KG
Adsdorf 5
4113 St. Martin
+43-7232-2204-11
[email protected]
www.hofstetten.at
Bestellen:mybier

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